Kurzinfo der Veranstaltung

Wann:
18:00 bis 20:00 Uhr
Wo:
Wer: Ulrich Schmidt itl
Kosten: GRATIS
Kontakt:

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Zwölf Regeln für eine kontrollierte Sprache in der Technischen Dokumentation, alles andere gehört in die Belletristik!

Die letzten Jahre im „Post-DTP-Zeitalter“ waren die Jahre der Redaktionssysteme: XML, Datenbanken, automatisiertes Publishing sind als Eckpfeiler für eine moderne Dokumentationsentwicklung erkannt worden. Zusätzlich wurde jedoch auch klar, dass Tools keine gute Dokumentation aus sich heraus erzeugen.

Wenn gilt „Content is King“, muss man sich auch mit den eigentlichen Kerngedanken des Inhalts befassen: Wortwahl (Terminologie), Satzbau, Bildgestaltung.
Doch spätestens während der Übersetzung von Technischer Dokumentation wird deutlich: Alle bisherigen Bemühungen der Standardisierung und Strukturierung verhindern nicht, dass man doch letztlich (kreatives) Sprachchaos managt.
Sprache ist viel zu unscharf, viel zu „menschlich“, um sich quasi automatisch am „Geländer der Prozess- und Strukturstandards“ mit zu standardisieren.
Im Gegenteil: Durch die Fragmentierung der Inhalte und Aufhebung des Dokumentbegriffs im Prozess der Redaktion besteht die Gefahr, dass das kreative Sprachchaos sich unbemerkt verstärkt.

Das erfordert einen weiteren Ansatz, um letztlich mit den modernen Tools eine moderne, gute Technische Dokumentation produzieren zu können: Technische Texte müssen in einer kontrollierten, standardisierten Sprache geschrieben werden.
Jedes Grundlagenseminar zur Technischen Dokumentation versucht bereits, die in der Schule mühsam antrainierten Regeln für gutes Deutsch durch Prinzipien zu ersetzen, die kreativen Schreibern wie ein Schlag ins Gesicht erscheinen müssen:

  • Schreiben Sie langweilig, weitgehend in immer gleichen Satzmustern; im Grundsatz Subjekt-Prädikat-Objekt
  • Verinnerlichen Sie die Prinzipien der Parallelität, d.h. gleichartige Informationen immer sprachlich gleich formulieren (z. B. Anweisungen nur im anweisenden Infinitiv)
  • Streichen Sie jedes Wort, das nicht unbedingt nötig ist (z. B. Füllwörter und Adjektive)
  • Variieren Sie niemals einen eingeführten Fachbegriff: „Wien bleibt Wien“ – immer!
  • Setzen Sie die Regeln für einen kontrollierten Satzbau analog für die Bildgestaltung um

Wenn man alle Regeln zur Wortwahl und zum Satzbau in ein möglichst enges Gesamtkonzept packt, spricht man von einer kontrollierten Sprache.

Im Vortrag werden die bisherigen Erkenntnisse zur kontrollierten Sprache zusammengefasst und Sie bekommen praktische Hinweise zur firmenindividuellen Umsetzung.

Denn nur wenn kontrollierte Sprache im Unternehmen wirklich positiv gelebt wird, sind auch Tools zur Unterstützung von kontrollierten Sprachen sinnvoll (z. B. [i]-match, Acrolinx).

Alle, die an Neuentwicklungen in der Technischen Dokumentation interessiert sind.

Interesse für die Themen des Abends und Freude am Austausch mit Experten aus der Branche.

Referent

Foto Ulrich Schmidt