Die Zukunft ist heute und heißt UXD – User Experience Design

, - Technische Dokumentation

UXD und weitere spannende Aufgaben für Redakteure

Anleitungen sind heute oft eine eher lästige, vermeintliche juristische Absicherung auf Papier. Anleitungen, die effiziente Werkzeuge mit einer positiven Benutzererfahrung darstellen wollen, brauchen einen komplett neuen Denkansatz durch die Informationsplaner. Dieser neue Denkansatz heißt „User Experience Design – UXD“.

Die technischen Redakteure tun gut daran, sich nun mehr an Steve Jobs' Ideen zu orientieren, als einem mehr als 500 Jahre alten Konzept anzuhängen. Kaum einer der heutigen Generation Y und Z und wohl keiner der künftigen Generationen wird bei technischen Informationen mit Nachschlagefunktion dem Papier nachtrauern. Nutzen Sie etwa noch einen Straßenatlas oder ein Telefonbuch? Die heutigen jungen Erwachsenen „youtuben“ und „googeln“ und die älteren Generationen passen sich zunehmend diesem Verhalten an. Wie wirkungsvoll ist ein Video oder eine Animation gegenüber den meist verschlungenen Textpfaden klassischer Anleitungen? Aber auch Online-Text ist dank Volltextsuche um Klassen besser erfassbar als eine gedruckte Version. Texte wären auch online überfliegend besser lesbar, vorausgesetzt man würde endlich ein optimiertes Online-Design planen. Und das muss nicht einmal teurer sein als die bisherigen Kosten für Druck und Logistik.

Warum Online-Anleitungen bislang nicht funktionieren

Eines steht fest: Die Papier-Anleitung einfach als PDF online anzubieten, womöglich mit Beschnittmarken und Passkreuzen für den Druck, ist eine Zumutung für die Benutzer.
Die Kritik an bisherigen Online-Anleitungen beruht weitgehend auf drei Ursachen:

  • Die Online-Anleitung ist häufig eine 1:1-Abbildung des Druckdokuments und entspricht nicht den Anforderungen an eine Online-Darstellung unter UXD-Gesichtspunkten: So wird etwa der Druck simuliert durch eine gleichartig katastrophale Gestaltung, alle Weltsprachen in viel zu kleiner Schrift in einem Dokument, mit zum großen Teil unsinnigen Warnhinweisen und ohne Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit im Sinne der Benutzer.
  • Die Online-Anleitung wird nicht sofort gefunden, weil sie an unmöglichen Stellen der Firmen-Website versteckt oder überhaupt nicht zur Verfügung gestellt wird.
  • Online-Anleitungen, etwa als mobile Apps, definieren sich nur als „nette Ergänzung“ der Papieranleitung ohne Anspruch auf ein positives Benutzererlebnis für die Informationen. Auch fehlt die Berücksichtigung des Gesamtaspekts, der sogenannten „Customer Journey“. Als Customer Journey bezeichnet man die (geführte) Reise der Benutzer durch die Informationen zu einem technischen Produkt, vom Ankündigen, Kauf, Verwendung, Service bis hin zur Entsorgung und dem Kauf eines neuen Produktes. Die Online-Anleitungen stellen bisher nur ein weiteres, unzusammenhängendes Stückwerk der oft unkoordinierten Produktinformationen dar.

Es sollte klar sein: Der Wechsel von Papier zur elektronischen Anleitung bedarf eines neuen Ansatzes beim User Experience Design. Die Konzentration auf sogenannte „Risikoanalysen für elektronische Anleitungen“ stellen kein Designkonzept dar. 

Eine nähere Erläuterung dieses Ansatzes finden Sie im itl-NormenGuide.

Die Smart Information Experts, ein Zusammenschluss von mehreren Firmen und Beratern, haben sich zum Ziel gesetzt, die heute sichtbare Lücke mit modernen Dokumentationskonzepten zu füllen. Ohne sich den rechtlichen Anforderungen zu verschließen, planen wir für unsere Kunden ein zukunftsgerichtetes Informationsdesign, das Anwender begeistern kann ohne Hersteller zu stressen, dank Kosteneffizienz und Rechtskonformität.

Die SIX – Smart Information Experts bestehen aus:

Siehe auch: www.openpr.de/news/1021134/TechComm-App-und-die-SIX

Positive Beispiele von Online-Anleitungen

Im Folgenden zeigen wir einige Beispiele für gelungene Umsetzungen von Online-Anleitungen und Distributionskonzepten auf mobilen Endgeräten. Selbstverständlich offenbaren sich zu jeder Lösung zahlreiche Überlegungen für eine weitere Optimierung. User Experience Design für Online-Anleitungen ist noch immer eine echte Pionierleistung.

Die TechComm App der Firma Squidds bietet einen sehr guten Ansatz, um ganze Dokumentationssammlungen online und bei Bedarf offline den Anwendern zur Verfügung zu stellen
www.squidds.de/produkte/techcommapp/

Als Beispiel für eine gelungene Online-Anleitung mit Animationen, Videos und Augmented-Reality-Funktionen kann man z. B. BMW Driver’s Guide ansehen.

Eine preisgünstige Lösung, die einen genial einfachen Zugriff auf Anleitungen automatisch in der Systemsprache des Smartphones sofort nach Veröffentlichung einer Anleitung auf einem Web-Server ermöglicht, stellt die von itl entwickelte Gigaset-Help-App dar (ausführlich erläutert in tekom-Nachrichten 2/2016).

Eine weitere interessante Lösung ist die von doka entwickelte App Doka Manuals, an deren Design itl beteiligt war und die ersten Prototypen auf Basis von FrameMaker mit entwickelt hat.

Teil 1

Hier geht´s zu Teil 1 diese Blog-Artikels: „Smart Information“ – 570 Jahre nach Erfindung des Buchdrucks

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dieter.gust@itl(dot)eu

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Wer ist Dieter Gust

Dieter Gust ist seit 1986 bei itl. Als Leiter der Abteilung Forschung & Entwicklung legt er seinen Schwerpunkt auf die Themen Prozessautomatisierung, kontrollierte Sprache und nutzungsgerechte Aufbereitung von Dokumentation. Am 1. Januar 2014 wurde er in den Aufsichtsrat berufen.

Herausgeber: itl AG München ,

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