Neues aus Normen & Standards

Operationalisierung von Normen und Standards. Für eine konforme, benutzerfreundliche Dokumentation.

Normenkonform und richtliniensicher: itl operationalisiert die wichtigsten Normen und Standards für Technische Dokumentation und entwickelt innovative Dokumentationskonzepte.

Sind Normen und Standards Bedingungen oder „Bremsklötze" für die Umsetzung innovativer Dokumentationskonzepte? Die Abteilung Forschung & Entwicklung kennt die Antwort und operationalisiert für Sie die wichtigsten Normen und Standards für eine gesetzeskonforme und benutzerfreundliche Dokumentation – auch für die Anwendung auf elektronische Dokumentation, insbesondere auf mobilen Medien.

  • Richtliniensichere Benutzerdokumentation
  • Normen- und Richtlinienkonformität
  • Innovative Dokumentationskonzepte

Die wichtigsten Normen

„Erstellen von Gebrauchsanleitungen – Gliederung, Inhalt und Darstellung Teil 1: Allgemeine Grundsätze und ausführliche Anforderungen“. Versteht sich als die grundlegende Norm für alle Arten von Produktinformationen.

Bei der Gestaltung von Sicherheitshinweisen bezieht sich die Norm nur auf die DIN ISO 3864 und nicht auf die amerikanische Norm Z535.6.

Für elektronische Dokumentation verweist die DIN EN 82079-1 lapidar auf die DIN EN 9241.

Insgesamt ist die DIN EN 82079-1 die wichtigste Norm für die Technische Dokumentation, wenn auch in einer sprachlich und strukturell nicht ganz gelungenen Umsetzung. So wundert es nicht, dass der Fachverband tekom sehr aktiv an einer Neuumsetzung mitarbeitet (geplant für 2017).

Die DIN EN ISO 9241 bildet eine große Normenreihe zum Thema „Mensch-Maschine-Schnittstelle“. Da die DIN EN IEC 82079 für elektronische Dokumentationen die Erfüllung der 9241-Normenreihe fordert, ist die Kenntnis der wichtigsten Bestandteile für elektronische Dokumentation unumgänglich.

Endlich gibt es auch neue Versionen der bisher zum Teil sehr betagten Normen der 9241-Reihe, die auch multimediale Aspekte und das Zeitalter der mobilen Endgeräte mit den bekannten Wischgesten berücksichtigen.

Die wichtigsten Bestandteile der Normenreihe für elektronische Technische Dokumentation sind:

  • DIN EN ISO 9241-11:2016-01 Normentwurf  „Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit. Gebrauchstauglichkeit: Begriffe und Konzepte“. Schlüsselbegriffe sind u. a. Nutzungskontext, Effektivität, Effizienz, Zufriedenstellung (User Experience)
  • DIN EN ISO 9241-110:2008-09 (Korrektur von 2006) „Grundsätze der Dialoggestaltung“. Schlüsselbegriffe sind u. a. Aufgabenangemessenheit, Selbsterklärungsfähigkeit, Erwartungskonformität, Lernförderlichkeit, Individualisierbarkeit, Fehlertoleranz, Steuerbarkeit
  • DIN EN ISO 9241-112:2015-08 Normentwurf, Grundsätze der Informationsdarstellung. Schlüsselbegriffe sind u.a. Entdeckbarkeit, Ablenkungsfreiheit, Unterscheidbarkeit, Eindeutigkeit, Kompaktheit (Prägnanz), Konsistenz
  • DIN EN ISO 9241-161:2014-07 Leitfaden zu visuellen User-Interface-Elementen. Schlüsselbegriffe sind u.a. visuelle Benutzungsschnittstellenelemente und Tooltipps
  • DIN EN ISO 9241-960:2015-09 Rahmen und Anleitung zur Gestensteuerung. Schlüsselbegriffe sind u.a. Anleitung zur Festlegung von Gesten, Visualisierung von Gesten, Dokumentation von Gesten)

Hauptaufgabe für Technische Redaktionen ist es, die Grundideen der Normen überhaupt erst auf den Nutzungskontext von elektronischer Dokumentation zu übertragen. Alle Beispiele gehen von Software als Produkt aus und nicht von der elektronischen Dokumentation selbst!

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG mit ihren ausführlichen Details im Anhang 1.7.4 zu den inhaltlichen Anforderungen an eine Betriebsanleitung gilt als Vorbild für alle anderen Richtlinien. Dennoch gibt diese Richtlinie keine Hinweise zum Gesamtkonzept einer Betriebsanleitung. Das bleibt etwa Leitfäden wie der tekom-Richtlinie zu Betriebsanleitungen vorbehalten. Mit der Maschinenrichtlinie sehr verbunden ist der Mythos, dass sie Dokumentation auf Papier fordere. Doch der Leitfaden zur Maschinenrichtlinie stellt eindeutig klar: „Die Form der Betriebsanleitung wird in Nummer 1.7.4 nicht festgelegt“.

Die DIN ISO 3864 ist eine 4-teilige Normenreihe zur ISO 3864 „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen“ (z. B. Warnhinweise auf Produkten).

Die Berücksichtigung in der Technischen Dokumentation bezieht sich vor allem auf den Normenteil „ISO 3864-2 Gestaltungsgrundlagen für Sicherheitsschilder auf Produkten“, der die dreistufige Signalwortklassifikation definiert (Gefahr, Warnung, Vorsicht).

Die Norm existiert nicht als EN-Norm. Die Antwort des Beuth-Verlags auf Rückfrage lautete, es werde kein Bedarf gesehen. Eine aus europäischer Sicht doch sehr überraschende Antwort.

„Product Safety Information in Product Manuals, Instructions, and Other Collateral Materials“

Amerikanische 6-teilige Normenreihe analog zur ISO 3864 zur Spezifikation von Warnhinweisen und Sicherheitsinformationen insbesondere auf Produkten. Weil die amerikanische Normenreihe weit detaillierter als ISO 3864 die Gestaltung von Warnhinweise und Sicherheitsinformationen definiert, ist sie bekannter als die ISO 3864. Die Norm Z535.6 geht explizit und detailliert auf die Gestaltung von Warn-/Sicherheitshinweisen in Technischer Dokumentation ein, was sie zur berühmtesten Norm im Bereich der Technischen Dokumentation werden ließ. Wichtigste Frage heutzutage: Sind Warnhinweise nach ISO und ANSI einheitlich gestaltbar, also harmonisiert?

Sie haben Fragen zu einer normenkonformen und richtliniensicheren Dokumentation?

Die Normexperten von itl wissen, was Sie beachten müssen, damit Ihre Dokumentation nicht nur normenkonform und richtliniensicher, sondern auch benutzerfreundlich ist. Auf Anfrage führen wir einen ausführlichen Doku-Check Ihrer Technischen Dokumentation durch und prüfen sie auf Konformität mit den wichtigsten Normen und Richtlinien. Unser Fachwissen geben wir auch regelmäßig in unseren Seminaren und Workshops rund um die Technische Dokumentation weiter.

Ihre Ansprechpartner zum Thema Forschung & Entwicklung

Deutschland und Schweiz

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Österreich

Michael Plattner