itl wird 35! Die Firmengeschichte Teil 2

, - Unternehmen, Events & alles andere

Die zweiten 17 ½ Jahre (2000 – 2017)

2000 – 2006: Digitalisierung, Bildsprache und Social Media

In den „Nullerjahren“ wuchs das Vertrauen in die EDV, wohl auch weil die zuvor angekündigten Millennium-Crash-Szenarien zum Jahreswechsel von 1999 auf 2000 ausgeblieben waren. Wer es mitbekommen hat, der schmunzelt jetzt sicherlich über die Hysterie, die in den letzten Monaten des Jahres 1999 Unternehmer, Arbeitgeber und Privatpersonen verunsicherte (oder eigentlich alle, die seit den 1980ern auf EDV umgestellt hatten). Am 1.1.2000 wurde also kollektiv aufgeatmet. Und mehr Hardware zog in die Büros – auch in das von itl, welches deshalb und wegen der guten Auftragslage, die neue Mitarbeiter verlangte, schon bald wieder zu klein war. Größere Räumlichkeiten wurden angemietet und die Firmenzentrale verlagerte sich in die Münchner Moosacher Straße. Im neuen Büro gab es eine ISDN-Leitung – gerne als Abkürzung von „Ist Schneller Denn Nötig?“ belächelt, aber absolut nötig für flottere Datenübertragung. Mit der voranschreitenden Digitalisierung kam die Idee eines „digitaler“ anmutenden Logos auf. itl bekam ein neues Gesicht, beziehungsweise das Gesicht einen neuen Look: eckiger als zuvor, ein wenig technischer und eben digitaler, aber trotzdem noch sympathisch dank des frischen Grüns mit dem leichten Stich von Blau, das zur itl-Firmenfarbe avancierte und von nun an Druckunterlagen, Schreibgeräte und Büroräume zierte.

2002 gelang mit One World Publishing ein großer Coup für Übersetzer und Technische Redakteure. Dokumente in nahezu allen Weltsprachen konnten endlich auf einem Rechner für verschiedene Ausgabeformate publiziert werden. Wer jetzt den Kopf schüttelt, sollte bedenken, dass damals fremde Schriftzeichen eine echte Herausforderung darstellten, über die sich viele Layouter den Kopf zerbrachen. Sie konnten nämlich nicht auf einem Gerät ausgegeben werden, was heute dank Unicode kein Problem mehr ist. Damals war es die OWP-Palette, die es nun endlich erlaubte, auch Polnisch in FrameMaker darzustellen.

2002 wurde außerdem der Euro in Umlauf gebracht – eine große Umstellung im Privaten und eine noch größere im Geschäftsleben: Ein Angebot zu diesem Preis abgeben? Warum sehen die Umsatzzahlen nicht besser aus? Und manchem Arbeitnehmer wich wohl beim Öffnen der Gehaltsabrechnung die Farbe aus dem Gesicht. Aber: Es war nur der Euro! Boulevardzeitungen überschlugen sich mit Abzocke-Meldungen über überteuerten Joghurt und wie die neue paneuropäische Währung, die von eben diesen Medien gerne als Teuro betitelt wurde, den Verbrauchern sonst noch das Leben schwermachte. Eine Übergangsphase, aus der itl gestärkt hervorging, was die Feier des 20-jährigen Firmenjubiläums in der Münchner Veranstaltungs-Location Botanikum umso schöner werden ließ. Als Erinnerung an das Gründungsjahr erlebten bei dem Fest die 1980er ein Revival mit Showeinlagen, Disco-Musik und entsprechendem Event-Cooking.

In Österreich wurde Michael Plattner 2003 zum Geschäftsführer der itl GmbH und startete die bis heute erfolgreiche Serie der itl-Abendveranstaltungen mit dem Claim „Gratis, aber nicht umsonst“.

Um echten Full Service anbieten zu können, eröffnete 2004 das itl Technologiezentrum Cottbus mit Geschäftsführer Manfred Felkner. Schwerpunkte sind bis heute die Prozessentwicklung in der Technischen Dokumentation und Übersetzung sowie DTP mit Spezialisierung auf Fremdsprachensatz und -layout. Gleichzeitig trieb itl das Thema bildorientierte Anleitungen unter dem Motto „Kosten reduzieren, Verständlichkeit erhöhen“ voran und der Geschäftsbereich „Textfreie Doku“ gesellte sich ins Portfolio. Damit lag itl voll im Trend, denn zeitgleich begann das Zeitalter der sozialen Netzwerke – und die leben ja irgendwie auch hauptsächlich von Bildern: 2004 gründete Marc Zuckerberg Facebook, im Jahr zuvor gingen die Business Plattformen Xing (damals noch OpenBC) und LinkedIn an den Start. 2006 versendete Twitter-Erfinder Jack Dorsey den ersten Tweet. Auch wenn sie weder zwitscherten noch quakten, die kleinen Badeenten hielten im selben Jahr Einzug bei itl und der Spruch „Need some duckumentation?“ wurde geboren.

2007 – 2011: Filme, filmreife Partys, die ersten Roadshows und Teamgeist

2007 fingen Bildanleitungen an, sich zu bewegen. Die Produktion von [itl]-clips – Anleitungsfilme für technische Produkte – erweiterten das Angebot. Leicht verständlich, sprachneutral und kostensparend konnten Kunden Handlungswissen nun mit bewegten Bildern vermitteln. Die Übersetzungsabteilung führte die Softwarelösung Across ein und itl feierte mit dem 25. Geburtstag ein Vierteljahrhundert Firmengeschichte. Feierlich-gruselig ging es im Naturhistorischen Museum in Wien bei der 25-Jahr-Feier zu, und Michael Plattners Vortrag nahm vor anschaulich schauerlicher Kulisse den Gästen die Angst vor dem Jurassic Park. Grandios war nicht nur die Leistung der itl-Mitarbeiter seit Bestehen der Firma, sondern auch der Blick von der Dachterrasse übers nächtliche Wien sowie das Fest an sich. Der Opernball verblasst daneben.

Die Mitarbeiter von itl in München und Cottbus feierten das 25-jährige Jubiläum wieder auf einer Berghütte – diesmal ging es nicht auf den Wendelstein wie zum 10-jährigen, sondern zur Oberen Firstalm am Spitzingsee. Wer nähere Details über den Ablauf möchte, kann im ersten Teil des Blogs zum Firmenjubiläum nachlesen. Wobei diesmal noch etwas mehr gewandert wurde. Also ein Jubiläum wie ein schöner und herzergreifender bayerischer Heimatfilm.

Im gleichen Jahr stieß Steve Jobs bei Apple etwas ganz Großes an, als er 2007 das erste iPhone vorstellte. So wie Apple den Fernsprechprozess optimierte und das Smartphone mit zusätzlichen Features versah, so optimierte itl 2008 Dokumentations- und Übersetzungsprozesse und entwickelte [i]-match. Das Tool vereinte die Features einer Autorenunterstützung mit denen einer Terminologielösung und eines Language Checkers. Auch das FrameScript-Portal [i]-frame ging an den Start – es vereinfacht itl-Kunden bis heute das Arbeiten mit FrameMaker.

Wegen des weiteren Wachstums von itl und um bloß keine Routine aufkommen zu lassen, wie manchmal gemunkelt wird, packten wir auch 2010 wieder fleißig Kisten – es erfolgte der Umzug der Münchner Firmenzentrale in die fünfte Etage der Elsenheimer Straße 65, wo bis heute (und hoffentlich noch lange) die meisten Mitarbeiter ein- und ausgehen. Viele schöne und helle Büros, zwei große Küchen, eine Lounge sowie drei Konferenzräume bieten einen tollen Ausblick über ganz München und ein fantastisches Arbeitsklima.

Die österreichische itl-Fraktion konnte auch nicht stillhalten. Es zog sie zwar nicht in ein neues Büro, aber irgendwie doch in die „Ferne“: Die erste Roadshow stand 2010 auf dem Programm und führte quer durch Österreich. Zu Gast bei Kunden präsentierte itl neue Entwicklungen in der Technische Dokumentation. Wegen des erfolgreichen Verlaufs veranstaltete itl gleich im Folgejahr 2011 eine weitere Roadshow, diesmal für Technische Redakteure aus Deutschland und der Schweiz. itl hatte interessante Infos im Gepäck und reiste damit nach Hamburg, Bonn, Marktheidenfeld sowie nach Zuchwil. Natürlich durfte eine Veranstaltung in München als Heimspiel nicht fehlen.

Apropos Schweiz: 2011 erfolgte zur Freude der eidgenössischen Kunden die Gründung der itl AG in Kreuzlingen sowie der Bezug der dortigen Räumlichkeiten in der Hafenstraße. Die ganze DACH-Region kann seither optimal betreut werden.

Dass Teamgeist bei itl großgeschrieben wird, beweisen viele Schnappschüsse aus unserem Dia-Archiv. Ein paar Kostproben sollen dem geneigten Blogkonsumenten und der interessierten Blogleserin nicht vorenthalten werden. Einmal hätten wir die itl-Angels – immer wieder gern gebucht für Weihnachts-, Geburtstags-, Jubiläumsfeiern. Obwohl die Overalls seitdem auf der Fahndungsliste der Modepolizei stehen. Schade, dass itl damals noch keinen YouTube-Kanal hatte, denn als Film mit Ton transportierte sich ihr engelsgleicher Charme sicherlich besser.

Auch wenn es dann den Eindruck erwecken könnte, dass bei itl hauptsächlich Frauen tätig sind, möchten wir den Blog mit folgenden Fotos schmücken. Schließlich wäre es mit einem Firmensitz in München ja undenkbarer Frevel, eine 35-Jahr-Chronik ohne Oktoberfestbesuch zu veröffentlichen. Bei einem itl-Wiesn-Besuch passt sich eine Westfälin wie ich auch gern einmal der Kleiderordnung an.

2010 und 2011 zeigt itl Teamgeist (und auch wieder mehr männliche Mitarbeiter), als es zu einer denkwürdigen Fußballpartie zwischen itl und dem damaligen Übersetzungskunden und langjährigem docuglobe-Partner gds kam. Ein begeisterter Fanblock unterstützte die Spieler und versorgte sie mit dunklem Weiß- und frischem Fassbier. Beherzte Zweikämpfe und dramatische Szenen im Torraum brachten Stimmung und Spannung auf den Rasen. Als Fußballett bewiesen die Mannschaften auch höchste Perfektion im Spiel ohne Ball, der sich zwischenzeitlich in die Botanik verabschiedet hatte. Letztendlich feiern die Helden ein harmonisches Remis mit zwei Siegern (1:1):

2012 – 2017: Expansion und (schon wieder) Feierei

Wer nachrechnet, kommt leicht zum Ergebnis, dass itl im Jahr 2012 das 30-jährige Firmenbestehen feiern konnte. Dazu machte man sich selbst ein schönes Jubelgeschenk und gründet kurzerhand eine weitere österreichische Niederlassung in Linz, deren Leitung Svetlana Balogh-Matthies bis heute innehat. Die Einweihung des neuen Büros nahm man als Anlass zu einer kommentierten und plakativen Zeitreise durch die itl-Historie – und natürlich einer Eröffnungsfeier.

Außerdem nahm die Idee zu einer weiteren itl-Roadshow 2012 konkrete Formen an: Sie führte diesmal durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und griff zukunftsweisende Themen für unsere Kunden auf. Schwerpunkte waren Information Lifecycle Management und die Möglichkeiten, die mobile Medien für die Technische Doku bieten – ein Gebiet, das itl bis heute vorantreibt.

Neben der Roadshow organisierte itl 2012 auch die Würdigung des 30. Firmenjubiläums. Mit Kunden feierte die Belegschaft während der tekom-Jahrestagung in Wiesbaden, die Mitarbeiter ließen es sich im schönen Kloster Seeon gutgehen. Mit Klettern im Hochseilgarten, Kegeln, gutem Essen und Genuss mit Seeblick wurden die Mitarbeiter gelungen für die nächsten 30 Jahre motiviert.

2013 zeigt ein Blick über die deutsche Landesgrenze gen Osten, dass itl auch dort wächst und folglich die Firmenzentrale in Wien vergrößert werden muss.

Und im Tagesgeschäft hüben wie drüben wird immer klarer, dass die Mobilität Technischer Dokumentation mehr und mehr an Boden gewinnen wird. Dank mobiler Dokumentation mit Apps und dem Einsatz neuer Medien können itl-Kunden ihre Anleitungen kostensparend stets auf dem neuesten Stand halten; und Endverbraucher wollen ihre immer leistungsfähiger werdenden Smartphones schließlich auch nicht nur zum Surfen, Spielen, WhatsAppen und gelegentlichen Telefonieren verwenden. Technische Doku für Alt und Jung, auf allen Medien, soweit das Auge reicht.

2013 fand dann noch eine große, ganz persönliche Feier statt, zu der auch die Mitarbeiter geladen waren: Ein wichtiger Geburtstag mit vielen Gästen und launigen Ansprachen, mit feinem Essen und handgemachter Hausmusik von der itl-Kapelle. Jubilar war diesmal nicht die Firma, sondern Gründerin und Inhaberin Christine Wallin-Felkner.

2014 kam Bewegung in die itl-Führungsspitze: Ich (Regine Ceglarek) wurde zum Vorstand und Peter Kreitmeier zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Gemeinsam übernahmen wir die Leitung des Unternehmens. Christine Wallin-Felkner, Firmengründerin und Alleineigentümerin von itl, wechselte in den Aufsichtsratsvorsitz. Dieter Gust, Leiter Forschung und Entwicklung, wurde in den Aufsichtsrat berufen. Umgehende Erfolge blieben nicht aus, denn im gleichen Jahr gewann die deutsche Nationalmannschaft in Brasilien die Fußball-WM. Die itl GmbH in Österreich ihrerseits preschte kurz zuvor mit einem anderen furiosen Paukenschlag voran: Sehr sangesfreudig siegte man mit Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen und blickte mit oder ohne Bedauern, wer weiß das schon so genau, zum weniger ruhmreichen 18. Platz auf Germany hinab. Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut.

2014 dann ein weiteres Jubiläum: 10 Jahre Niederlassung Cottbus! Damit der kleine aber feine Kreis der dort ansässigen Kollegen den Geburtstag nicht alleine begehen musste, machte sich eine Delegation feiererprobter Bayern auf den Weg ins Brandenburgische, um einen Betriebsausflug nach Berlin mit zu starten und vor historischen Kulissen zu feiern.

2015 stand unter dem Zeichen globaler Ereignisse: Das itl-Roadshow-Team packte wieder die Koffer und machte sich auf den Weg zu verschiedenen Kunden aus dem DACH-Gebiet. Unter reger Mitwirkung der Gastgeber fand die Roadshow großen Zulauf in insgesamt zehn Städten. Thema war „Modernes Information Lifecycle Management – zukunftsweisende Prozesse für Redaktion, Übersetzung und Publikation“. Besucher, Gastgeber und itl zogen daraus viele neue Erkenntnisse und Eindrücke sowohl für Spezialaufgaben als auch für das Tagesgeschäft. Reisen bildet!

2016 erhielt itl die Zertifizierung ISO 17100:2015 für Übersetzungsdienstleistungen – der Erfolg bewährter Prozesse wurde damit klar bestätigt.

Die Jahre seit der Gründung 1982 vergingen (fast) wie im Flug und die Chronik kommt im Hier und Heute an, 2017, das Jahr des 35. Firmengeburtstags. Das Jubiläum wird mit allerlei Aktionen gebührend gefeiert. Eben dieser Blog erzählt in zwei Teilen von den Highlights der Firmengeschichte, eine Throwback-Thursday-Serie beleuchtete auf Facebook viele Donnerstage lang die itl-Meilensteine sowie denkwürdige Ereignisse der Weltgeschichte aus denselben Jahren. Videos von Interviews zu Gestern-Heute-Morgen in der Technischen Doku und der Übersetzung wurden gedreht. Und das Unternehmen teilt mit denjenigen, die gerade nichts zu feiern haben: itl spendete an die Entwicklungsorganisation Oxfam, den Verein Kleine Patienten in Not e.V., nahm am YoungWings Charity-Run teil und wird auf der tekom Jahrestagung einen Fundraiser für Translators without Borders abhalten. Am 17. August, dem eigentlichen Geburtsdatum von itl gab es einen Umtrunk im Garten hinter der Münchner Firmenzentrale. Und die Mitarbeiter dürfen sich auf eine Feier im schönen Kloster Seeon freuen – allerdings erst im Dezember.

Es gäbe noch viel zu schreiben, noch viele Bilder liegen im Archiv. Doch bevor itl den Eindruck einer Event-Agentur erwecken könnte, wenden wir uns wieder der tagtäglichen seriösen und professionellen Arbeit zu, die zwar keine Fotostrecken füllt, doch itl in den letzten Jahren zu einem der führenden Dienstleister im Bereich der Technischen Dokumentation und Übersetzung in Europa gemacht hat! Diesen Anspruch wollen wir natürlich auch in den nächsten 35 Jahren verteidigen!

Foto Regine Ceglarek

Wer ist Regine Ceglarek

Regine Ceglarek ist seit 1995 bei itl und wurde 2014 in den Vorstand berufen. Sie ist verantwortlich für den Geschäftsbereich Technische Dokumentation und u. a. zuständig für Themen rund um Outsourcing, Redaktionskonzepte, Modularisierung und Handbucherstellung in Redaktionssystemen

Herausgeber: itl AG München ,

Neuer Kommentar

0 Kommentare